guides / Ordnung
Und warum ein chaotisches Zuhause weniger über Disziplin aussagt, als wir lange geglaubt haben.
Du führst morgens ein Meeting, erinnerst dich währenddessen daran, dass die Zahnarztrechnung noch überwiesen werden muss, verschiebst zwei Termine, beantwortest eine Nachricht aus der Schule, bestellst auf dem Weg zum nächsten Call ein Geburtstagsgeschenk und organisierst nebenbei, wer am Donnerstag wann wo sein muss.
Und dann gehst du ins Schlafzimmer.
Dort steht dieser Stuhl.
Auf ihm liegen eine Jeans, zwei Pullover, eine Jacke, Sportkleidung, irgendetwas, das zur Reinigung müsste, und ein Kleid, bei dem du seit ungefähr drei Wochen überlegst, ob du es noch magst.
Du könntest den Stapel wahrscheinlich in zehn Minuten beseitigen.
Du tust es trotzdem nicht.
Es gibt eine besondere Art von Irritation, die genau daraus entsteht. Wie kann jemand, der einen komplexen Alltag organisiert, an sechs Kleidungsstücken scheitern?
Vielleicht, weil die sechs Kleidungsstücke gar nicht das Problem sind.